Homöopathie bei Aphten

Um die passende homöopathische Behandlung bei Aphten zu finden, müssen wir wissen, ob es sich nur um eine Aphte oder um mehrere handelt, wie diese aussehen und wo sie sich befinden und wie störend diese für uns sind.

Auf Grundlage dessen können wir dann das richtige homöopathische Mittel heraussuchen. Falls sich die Aphten nicht innerhalb von 48 Stunden nach Behandlungsbeginn bessern, sollten wir einen Arzt oder Apotheker aufsuchen.

Eine Aphte ist ein Knötchengeschwür, dass sich meist am Rand bildet und leicht gelblich aussieht und von einem rötlichen Kreis umgeben ist. Dieses ist entzündet und es kann zu Schleimhautödemen sowie fibrinösen Anzeichen kommen.

Zu Beginn ist die Aphte noch ein kleines Knötchengeschwür, welches sich schnell und maximal innerhalb von 24 Stunden zu einem klassischen Geschwür ausbildet. Dieses Geschwür ist rund bzw. oval und flach. Es kann ungefähr bis zu einem halben Zentimeter im Durchmesser heranwachsen.

Die eigentliche verletzte Stelle ist nicht verhärtet und es kommt nur selten zu einer Drüsenerkrankung. Die Aphten können überall an der Mundschleimhaut auftauchen: an den Lippen, am unteren Munde, auf der Zunge und in der Backe …

Diese Art der Verletzung kann alleine auftreten, aber häufiger treten gleich mehrere Aphten auf, welche entweder alle gleichzeitig oder nacheinander erscheinen.

Nach der Ausbildung einer Aphte vergehen zwischen 8 und 10 Tagen bis diese komplett abgeheilt ist und es verbleiben keinerlei Spuren dieser Verletzung.

Wenn die Aphten vermehrt auftreten, dauert die Heilung ungefähr 2 Wochen. Es kann teilweise nur einmal zu einer Erkrankungsphase kommen, obwohl es viel öfter vorkommt, dass  diese sich wiederholt und es Rückfälle gibt.

Ein typisches klinisches Anzeichen ist starker Schmerz, den der Patient als brennend bezeichnet, und,  in einigen Fällen, Probleme zu kauen und zu schlucken.

Die Krankheitsursache ist meist unklar. Die Aphten können durch Hormonstörungen in Verbindung mit dem Östrogen-Progesteron-Kreislauf bei Frauen hervorgerufen werden sowie durch verschiedene Nahrungsmittel (trockene Früchte, fettigem Fisch…), emotional stressige Situationen oder eine Immunschwäche etc. auftreten.

Die Diagnose bei einfachen bzw. oberflächlichen Aphten basiert auf der Feststellung von, wie bereits beschrieben,  schmerzhaften Schleimhautverletzungen, die meist nur einmalig auftreten. Aphten können aber auch die Ursache anderer Erkrankungen sein: Traumatisches Geschwür, tuberkulöses Geschwür, harter Schanker (Syphilis), Brucellose, Q-Fieber, typhöses Fieber und Epitheliome.

Vor einem vermehrten Auftreten von Aphten sollten wir eine herpetische Mundschleimhautentzündung, Toxoplasmose, Sutton-Aphthen, Aphthenseuche gewisser Enteropathien (Pellagra, Tropische Sprue), polymorphe Erytheme, gewöhnlichen Blasenausschlag und Morbus Behçet ausschließen.

Homöopathische Behandlung bei Aphten

Es gibt viele Mittel mit medizinisch-homöopathischen Bestandteilen, mit denen man gegen die Aphten vorgehen kann und welche man so oft wie nötig einnehmen sollte:

  • BORAX (Natriumtetraborat) C5
  • MERCURIUS SOLUBILIS (Quecksilber) C5
  • MERCURIUS CORROSIVUS (Quecksilberchlorid) C5
  • SULFURICUM ACIDUM (Schwefelsäure) C5
  • ARSENICUM ALBUM (weisses Arsenik) C5

Die Kombination von BORAX und MERCURIUS SOLUBILIS ist am nützlichsten. Potenzierung: 5 Granulate jeden Mittels getrennt, zweimal täglich, eine Woche lang einnehmen.

MERCURIUS CORROSIVUS wird bei tief sitzenden und nekrotischen Geschwüren verwendet.

Falls sich die Aphten verschlechtern und es zu punktförmigen Blutungen, tief sitzenden Geschwüren und übel riechenden Speichel kommt, hilft BORAX mit SULFURICUM ACIDUM: 5 Granulate, zweimal täglich, eine Woche lang einnehmen. Auch BORAX mit ARSENICUM ALBUM ist wirksam.

Diese Mittel können auch bei einer Aphten-Behandlung Anwendung finden, aber ein Spezialist sollte zuerst die Symptome prüfen.

Allopathische Behandlung bei Aphten

Falls die Herkunft der Aphten unbekannt ist, werden diese symptomatisch behandelt.

Man verwendet für gewöhnlich allgemeine Betäubungsmittel (Lignocain) und lokale Kortikoide, um den Schmerz zu lindern und die Entzündung abzuschwächen. Lokale Antiseptika (Chlorhexidin), Lysozym, Vitamin C und erhöhte Dosen an Antibiotika aus einem weitreichenden Spektrum (Amoxicillin, Spiramycin), vor allem die letztgenannten, um eine Reinfektion zu vermeiden.

Eine andere Art der Behandlung besteht aus der vorzeitigen Verwendung von ätzenden Produkten, um den Nekroseprozess der Aphten zu beschleunigen und die Krankheitsentwicklung zu verkürzen.

Ebenso kann man Carbenoxolonsodium als Mundwasser aufgrund seiner heilungsfördernden Wirkung benutzen. So wird auch die Dauer und Tiefe der Geschwüre verringert und die intensiven Schmerzen dadurch gelindert.

Medikamente zur Stärkung des Immunsystems (Inmunoferon, Levamisol) können auch eingenommen werden und,  falls die Erkrankung durch einige Nahrungsmittel hervorgerufen wurde, ist dies sogar die beste Therapie, um eine Ansteckung zukünftig zu vermeiden.

Text: Alfredo G. Ansorena, Procan21  Creative Commons License Foto: Creative Commons