Urlaub: Reisekrankheit Homöopathie

Viele Menschen leiden an einer Reisekrankheit. Dabei ist es egal, ob man mit dem Auto, Schiff, Flugzeug oder Zug reist. Die Homöopathie kann helfen, die Reisezeit gut zu überstehen.

Die Reisekrankheit oder Kinetose beginnt im Ohrlabyrinth. Dieses Organ liegt im Innenohr und steht mit unserem Gleichgewichtssinn in Verbindung. Außerdem vermittelt es an das Gehirn, an welchem Ort wir uns befinden und ist für unseren Orientierungssinn verantwortlich.

Wenn sich das Transportgefährt, mit dem wir reisen, bewegt, bewirkt das bei an Kinetose leidenden Personen eine Stimulation in den Bogengängen (durch Beschleunigung mit wiederholten Richtungswechseln und starken Kurven bei einem Bus, Auto, Zug etc.) oder eine Überstimulierung des Innenohrs (durch stetige Fahrbeschleunigung und schwankende Bewegungen wie beispielsweise bei einem Schiff oder Flugzeug).

In dem Moment, in dem das Gefährt in Bewegung gerät, werden die drei Punkte, die das Gleichgewichtsorgan bilden, destabilisiert. Zu den Punkten zählen die Makulaorgane, die Ohrmuskeln und das Ohrlabyrinth.

Durch die Destabilisierung sendet das Gleichgewichtsorgan Signale des Orientierungsverlusts an das Gehirn, welches dann fälschlicherweise davon ausgeht, dass wir in Bewegung sind, anstatt zu sitzen oder uns auszuruhen.

Als Konsequenz dieser falsch übermittelten Botschaft, kann es zu drei verschiedenen Arten von Beschwerden kommen:

– allgemeine Beschwerden: generelles Unwohlsein einhergehend mit Blässe und Schüttelfrost

– Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit mit späterem Erbrechen, welches Ohnmacht und einen beschleunigten Puls zur Folge haben kann.

– Sinnesstörungen: Schwindel und manchmal motorische Probleme. Es können auch mehr oder minder starke Kopfschmerzen auftreten.

Eine langfristige Heilung ist möglich, indem wir diese Beschwerden bzw. Störungen mit Basismedikamenten behandeln, welche speziell auf uns zugeschnitten sind.

Die Beschwerden bessern sich normalerweise oder hören ganz auf, wenn das Transportgefährt stillsteht.

Wirksame homöopathische Medikamente gegen die Reisekrankheit

Cocculus indicus (Scheinmyrte)

Dieses Mittel wird bei Übelkeit und Erbrechen mit starken Schwindelanfällen verschrieben. Es kann das Gefühl auftreten, örtlich gelähmt zu sein, wenn z.B. der Hals den Kopf nicht richtig halten kann oder die Beine einknicken.

Diese Symptome verschlimmern sich bei visueller Reizüberflutung (vorbeiziehende Landschaften oder Meereswellen), bei strengen Gerüchen (Tabak) sowie bei Schlafmangel und bessern sich bei Wärme.

Tabacum (Tabak)

Dieses Medikament wirkt bei fast allen Symptomen einer Reisekrankheit:

– Blässe gefolgt von Speichelfluss (oder der Produktion von Speichel), Schüttelfrost

– Übelkeit oder Erbrechen

– Herzzuckungen mit Schwindel und Erschöpfung

Es gibt auch Betroffene, die an Durchfall mit dem Gefühl eines kalten Abdomen leiden.

Wenn wir an einer Reisekrankheit leiden, bessert sich diese auch durch frische Luft und wenn man die Augen schließt.

Borax (Natriumborat)

Dieses Mittel wird bei einer Reisekrankheit verabreicht, wenn diese durch Auf- und Abbewegungen und nach-vorne-Bewegungen verschlimmert wird. Es eignet sich vor allem bei Flug- und Schiffsreisen.

Der Betroffene ist blass, leidet an Schwindel und Übelkeit, welche sich bei Bewegung verschlechtern.

Häufig reagieren die Patienten sehr sensibel auf jähe und schrille Geräusche.

Es ist empfehlenswert, die Behandlung einige Tage vor Reiseantritt  zu beginnen. Man nimmt dazu beispielsweise fünf Globuli am Morgen und am Abend in der Potenzierung C7 oder C9 ein.

Die Einnahme wird bis zu einer Stunde vor Aufbruch fortgesetzt und danach je nachdem, wie es die Symptome erforderlich machen. Eine Dosis des gewählten homöopathischen Medikamentes in der Potenzierung C30 am Morgen der Abreise könnte ebenfalls gute Resultate erzielen.

Neben den drei genannten Medikamenten gibt es noch andere homöopathische Mittel, die uns helfen können: Ipecacuanha (Brechwurzel), Bryonia Alba (Weiße Zaunrübe), Petroleum, Nux Vomica (Brechnuss), Ignatia Amara (Ignatiusbohne), etc.

Vergessen Sie bitte nicht, dass die Homöopathie eine individuelle Behandlung (Anamnese) voraussetzt. honatur.com empfiehlt generell den Besuch bei einem Spezialisten.

Photo: CC0 Public Domain