Homöopathie bei schweren Beinen

Hitze, Sommer, schwere Beine. Warum ist das so? Mit Sonne und Hitze treten eine Reihe von Symptomen auf, wie starker Schmerz, Schweregefühl oder Krämpfe in den Beinen, Juckreiz und Kribbeln sowie Schwellung der Waden.

Die Beschwerden verschlechtern sich beim Aufstehen und wenn man lange Zeit auf den Beinen ist, und verbessern sichnatürlich, wenn man die Beine hochlegt.

Dies sind die ersten Anzeichen einer Durchblutungsstörung beziehungsweise Venenschwäche.

Eine Venenschwäche wird durch schwere Krankheiten oder Krampfadern und daraus entstehende Komplikationen verursacht. Auch können eine Venenentzündung oder ein Krampfadergeschwür der Grund sein. Dies ist nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern vor allem auch ein funktionelles Problem.

Das Venensystem ist dafür verantwortlich, Blut aus der Peripherie zum Herzen zu transportieren. Bei den unteren Gliedmaßen unterscheidet man dabei zwischen zwei Venensystemen: das grundlegende und das äußere, welche beide eng miteinander verbunden sind. Veränderungen in der Funktion dieser Venensysteme führen zu Venenerkrankungen.

Das grundlegende Venensystem ist dafür zuständig, den Großteil der venösen Blutflüssigkeit in die unteren Gliedmaßen zu transportieren. Das Blut stammt dabei aus der Muskulatur. Das äußere Venensystem bildet die äußeren Venen der Gliedmaßen und transportiert Blut, das von den Fußvenen und aus subfascialen Gewebe stammt.

Um das Blut an das Herz zurückgeben zu können, hat das Venensystem Mechanismen entwickelt, wozu die Venenklappen und die venöse Wandspannung zählt, damit Krankheiten überwunden werden können und es nicht zu einem Reflux kommt.

Wenn sich die Venen der unteren Gliedmaßen ausdehnen und die Venenklappen durchlässiger werden, kommt es zu Krampfadern und den damit verbundenen Problemen.

Zusammen mit der Venenschwäche treten auch unschöne, vaskuläre Adern äußerlich auf, welche das Resultat einer Druckerhöhung auf die Venen sind.

Schwere Beine: Faktoren

  • Hitze hat einen gefäßerweiternden Effekt, welcher schwer umkehrbar ist. Man sollte sowohl vermeiden sich bei hohen Temperaturen der Sonne auszusetzen als auch Saunagänge, Enthaarung mit heißem Wachs und duschen und das baden mit sehr heißem Wasser einschränken.
  • Körperhaltung: lange auf den Beinen sein oder mit überkreuzten Beinen sitzen. Es ist ratsam, einen Sport zu betreiben oder einfach schnell zu gehen für jeweils eine halbe Stunde, dreimal wöchentlich.
  • einige Medikamente wie Verhütungsmittel, Hormonbehandlungen, Antidepressiva, Mittel gegen Hyperaktivität und entzündungshemmende Medikamente.
  • Schwangerschaft und Menopause: Krampfadern treten sehr häufig bei Frauen auf und können sich in der Schwangerschaft oder mit der Menopause aufgrund der Östrogene und Progesterone verschlimmern
  • Übergewicht und Stress sind ebenfalls Faktoren, welche eine Venenschwäche verschlechtern und damit zur Schwellung der Beine beitragen.
  • Wenn man eine ausgeglichene Diät mit vielen Ballaststoffen und Wasser (2 Liter täglich) einhält, kann uns das helfen, den Blutreflux zu bessern.
  • Nach der Geburt, einem chirurgischen Eingriff im unteren Becken, ein bösartiger Tumor, bei Auftreten einer Thrombophlebitis der Hauptvenen des Beines.
  • Normalerweise ist eine Venenschwäche vererbbar.

Homöopathische Medikamente zur Entlastung der Beine

Mit Homöopathie den Schmerzen entgegenwirken

Die Homöopathie kann helfen, unangenehme Symptome bei einer Durchblutungsstörung zu verbessern. Dazu zählen Ödeme an den Füßen und Knöcheln, Periphlebitis und Krampfadern.

Die homöopathische Behandlung wird angewandt, um funktionelle Symptome der wesentlichen Krampfadern zu lindern sowie eine mittelschweren Periphlebitis oder ein Krampfaderngeschwür zu kurieren.

Homöopathische Mittel zur lokalen Anwendung

Hamamelis

Die Venen sind erweitert und reagieren empfindlich auf Berührung. Außerdem sind die Venen und Kapillaren fragil und beim kleinsten Stoß können sich plötzlich Hämatome bilden.

Die Symptome verschlimmern sich bei heißer Luft und bessern sich bei Erholung. Hamamelis ist auch ein Mittel gegen Hämorrhoiden, Schmerzen, Sodbrennen und leichte Blutungen. Alle betroffenen Stellen sind schmerzhaft. Das Mittel wird häufig zusammen mit Pulsatilla verabreicht.

Aesculus hippocastanum

Der Blutandrang ist hier viel höher als beim vorherigen Medikament. Die betroffenen Stellen gehen einher mit einem Völlegefühl, Schwere, Zuckungen und Hitze.

Die Probleme verschlechtern sich bei Hitze, beim Aufstehen sowie Stehen und bessern sich durch Liegen und Abduschen der Beine mit kaltem Wasser. Aesculus hippocastanum kann auch bei Hämorrhoiden und gegen Juckreiz helfen. Das Mittel wird häufig mit Sulfur zusammen verabreicht.

Vipera redi

Vipera redi kommt zur Anwendung, wenn Krampfadern mit perivarikösem Schmerz verbunden sind. Bei Venenerweiterung bilden sich Ödeme am Bein und es kommt zu entzündeten Venen und einem Explosionsgefühl in den Beinen. Der Schmerz verschlimmert sich, wenn man die Beine baumeln lässt und bessert sich, wenn man die Beine erhöht hinlegt.

Arnica montana (Arnika)

Arnica montana benutzt man, wenn sich die Beine schwer anfühlen und der Betroffene leicht blaue Flecke verbunden mit Schmerzen bekommt. Die blauen Flecken treten schon beim kleinsten Zusammenstoß auf und die Kapillaren können leicht zerreißen. Der Schmerz verschlimmert sich bei körperlicher Anstrengung.

Zincum metallicum

Zincum metallicum verschreibt man vor allem beim varikösen Schmerzen, die mit nicht enden wollender Unruhe der unteren Gliedmaßen (Ruhelose Beine-Syndrom) einhergehen. Dem Betroffenen kribbeln oft die Beine, insbesondere in der Nacht.

Homöopathie: Basismedikamente

Calcium fluoratum

Das Medikament Calcium fluoratum zeigt eine allgemeine Veränderung beim Bindegewebe und vor allem beim Venengewebe. Dieses Medikament wird für Krampfadern benötigt, um variköse Ekzeme und Geschwüre zu heilen.

Pulsatilla

Das Mittel Pulsatilla wird bei erweiterten Venen angewandt, die mit Schmerzen und Ödemen einhergehen, welche sich bei Wärme und Unbeweglichkeit verschlechtern. Diese Schmerzen bessern sich bei Kälte und vergehen nur langsam.

Bei einer Erythrocyanosis der Gliedmaßen mit der Tendenz zu Frostbeulen findet dieses Mittel auch Anwendung. Beim vorhergehenden besteht manchmal eine Thrombophlebitis.

Lachesis mutus

Das Gefühl von schweren Beinen entsteht bei Hitze, bei der kleinsten Venenabschnürung und während der pre-menstrualen Zeit. Es verschwindet meist beim Eintreten der Menstruation.

Häufig kommt es zu plötzlichen Blutunterlaufungen bei der kleinsten Berührung. Lachesis mutus ist besonders wirksam im Falle von Krampfadern, welche während der Menopause auftreten oder sich verschlimmern.

Sulfur

Die Kreislaufstörungen gehen oft einher mit Hautproblemen wie Juckreiz und fast immer trockenen Ekzemen. Der Betroffene hat das Gefühl brennender Beine, vor allem während der Nacht. Dies bessert sich, wenn man die Füße aus dem Bett zieht. Sulfur ist auch adäquat bei Personen, die ein psychisch-endogenes Verhalten zeigen.

Thuja occidentalis

Dieses Mittel wird bei Krampfadern angewandt, die sich auf Zellulitis befallener Haut zeigen. Andererseits wird Thuja occidentalis auch bei Personen mit einem psychotisch-endogenen Verhalten genutzt.

Vergessen Sie bitte nicht, dass die Homöopathie eine individuelle Behandlung (Anamnese) voraussetzt. Die hier genannten homöopathischen Mittel sind nur einige von vielen, mit denen man Beschwerden durch schwere Beine lindern kann. honatur.com empfiehlt generell den Besuch bei einem Spezialisten.

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