Homöopathische Notfallapotheke für zu Hause

In der homöopathischen Hausapotheke für Notfälle findet man Mittel zur schnellen und rechtzeitigen Behandlung für die gängigsten Erkrankungen.

Wenn man beispielsweise Fieber behandeln möchte, wählt man ein Mittel, das am besten auf die Symptome zutrifft.

So kommt etwa Belladonna (Tollkirsche) bei Fieber um die 40 Grad mit Schweißausbrüchen und Niedergeschlagenheit zum Einsatz. Ferrum Phosphoricum (Alternative: Schüßler-Salz Nr. 3) nutzt man bei 38 Grad Fieber und vor Hitze brennendem Gesicht.

Wenn man erbrechen muss, nimmt man Ipecacuanha (Brechwurzel), bei einem Asthmaanfall mit trockenem Husten Sambucus.

Wichtige Mittel für die Notfallapotheke

Aconitum napellus (Eisenhut)

Bei hohem Fieber, das plötzlich und schonungslos ohne Schweißausbrüche nach einer Erkältung einsetzt. Man nutzt es auch bei Schüttelfrost und Angstzuständen. Außerdem wirksam bei schmerzenden Gesichtsneuralgien nach trockener Kälte.

Antimonium Crudum (schwarzer Spiessglanz)

Bei Verdauungsstörungen. Mittel mit gastrischer Wirkung. Symptome: bleiche Zunge, Erbrechen, Übelkeit mit saurem Aufstoßen nach einer üppigen Mahlzeit. Ein homöopathisches Medikament für Vielesser mit Verdauungsproblemen.

Apis (Honigbiene)

Bei Entzündungen. Häufig auch “Cortison der Homöopathen“ genannt. Mittel gegen rosafarbene Entzündungen, verbunden mit starken Schmerzen und intensiver Hitze, die sich bei Kühlung bessert. Der Patient hat keinen Durst. Apis kommt bei jeder Form akuter Entzündungen (Nesselausschlag, Verletzungen mit Schwellungen, Insektenstiche…) zum Einsatz.

Arnica Montana

Stärkende Wirkung. Mittel für Traumata und körperliche und geistige Erschöpfung. Auch nach körperlicher Anstrengung und plötzlich eintretende Heiserkeit.

Arsenicum Album (weißes Arsenik)

Bei Vergiftungen, Magen-Darm-Entzündungen, Durchfall und Erbrechen. Ohne Zweifel das geeignetste Mittel bei einer Lebensmittelvergiftung.

Belladonna (Tollkirsche)

Bei Fieber und Entzündungen, verbunden mit Hitze, Röte und Schmerzen. Hohes Fieber um die 40 Grad mit Schweißausbrüchen und Entkräftung. Intensiver Durst. Neben Apis ein gutes Mittel gegen Sonnenstich.

Cantharis vesicatoria (Spanische Fliege)

Bei Verbrennungen mit Juckreiz und dem Entstehen von Bläschen. Sehr gute Wirkung auch bei Harnwegserkrankungen mit Schmerzen und Brennen vor, während und nach dem Wasserlassen.

Cocculus (Indische Kockelskörner)

Bei Übelkeit. Mittel gegen Reiseübelkeit mit den Symptomen Würgen, Koliken und Erbrechen sowie Ohnmacht, welche sich bei frischer Luft verschlimmern. Im Gegensatz zu Tabacum, der dieselben Symptome behandelt, die sich aber bei frischer Luft besseren und Petroleum, bei dem sich die Symptome bei starken Treibstoffgerüchen verschlechtern.

Chamomilla vulgaris (echte Kamille)

Beruhigungsmittel. Dieses Medikament behandelt zusammengefasst Entzündungen und Hyperästhesie (Überempfindlichkeit). Auch bei starkem Schüttelfrost mit Schmerz-Überempfindlichkeit (Zahnschmerzen bei Kindern, Darmkoliken, unerträgliche Menstruationsbeschwerden…).

China (Chinarinde)

Bei Hydration. Mittel bei Blutungen jeglicher Art, auch bei Durchfall mit starken Blähungen (aufgrund des Genusses frischer Früchte), die einhergehen mit bitterem Geschmack im Mund und Magenblähungen. Hilft beim Ausgleich der Flüssigkeitsverluste.

  • Kombiniert mit Secale (Mutterkorn) und Sabina (Sadebaum) wirksam bei Menstruationsbeschwerden.
  • Mit Arsenicum Album und Veratrum Album hilft es bei Durchfällen.
  • Mit Colchicum (Herbstzeitlose) und Ledum Palustre (Sumpfporst) ein Mittel für Gichtanfälle.
  • Mit Phosphorus und Millefolium (gemeine Schafgarbe) ein homöopathisches Mittel bei Nasenbluten.

Drosera rotundifolia (Sonnentau)

Für die Behandlung von Erkrankungen in Verbindung mit Husten, vor allem bei Bettlägerigkeit. Auch bei schwachem Husten mit Erbrechen und Zyanose (Blaufärbung der Haut) sowie Atemnot und Kehlkopfverengung.

Gelsemium (Gelber Jasmin)

Beruhigungsmittel. Bei Nervosität, Furcht und Angst vor einem wichtigen Ereignis. Die Symptome treten häufig zusammen mit Polyurie (Harnflut), Durchfall und Zittern auf.

Hepar Sulfuris (Kalkschwefelleber)

Bei Entzündungen und Eiterungen. Bei schmerzhaften Entzündungen durch bereits geringe Berührungen, vor allem bei Kälteeinfluss. Oft verbunden mit plötzlichem Auftreten von Eiter. Außerdem bei schmerzhaftem Bellhusten, Bindehautentzündung und akuter Kehlkopfentzündung durch schmerzhafte Kälteeinwirkung. Anzuwenden in der Dosierung C15 bis C30, wenn die Erkrankung akut und plötzlich auftritt.

Ipecacuanha (Brechwurzel)

Bei Husten und Keuchhusten in Verbindung mit Übelkeit und Erbrechen. Symptom: klare Zunge. Auch bei Asthma von Kindern und Jugendlichen. Bei Übelkeit digestiver Herkunft. Auch effektiv bei starken kleinen und größeren Blutungen mit rotem, stark glänzendem Blut.

Mercurius Solubilis (Quecksilber)

Bei Entzündungen und Eiterungen. Dies ist eines der wichtigen Mittel für den sofortigen Einsatz, verwendbar sowohl bei akuten als auch chronischen Krankheiten.

Es ist das Mittel erster Wahl bei Kinderinfektionskrankheiten (Nasen- und Rachenschleimhautentzündung, Schleimhautentzündung, …) oder allergisch-infektiösen Syndromen der Atemwege (asthmatische Bronchitis). Die Symptome verschlechtern sich bei Kälte, Hitze und Temperaturschwankungen. Gekennzeichnet durch starkes Schwitzen und Mundgeruch.

Nux Vomica (Brechnuss)

Bei Verdauungsstörungen. Vorrangiges Mittel bei gastrischen und digestiven Symptomen unter anderem durch Nahrungs-, Drogen-, Alkohol-, Medikamenten- und Tabakmissbrauch.

Häufig gebräuchlich bei jedwedem Übermaß, zu wenig Bewegung, aber auch Hast, Ungeduld und Stress. Symptome: schmutzige, weiße Zunge, Darmblähungen, Übelkeit, Erbrechen und Reizdarm (reizbarer Kolon, Grimmdarm).

Pyrogenium (Sepsin)

Bei Infektionen. Häufig als „Antibiotikum der Homöopathen“ bezeichnet. Ein Mittel bei septischen Infektionszuständen mit geminderter Reaktionsfähigkeit. Im Falle einer Lebensmittelvergiftung kommt es zusammen mit Arsenicum Album zum Einsatz. Am besten bei einer Dosierung ab C15 beginnen.

Rhus Toxicodendron (Giftsumach)

Bei Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Problemen mit Muskeln und Sehnen. Verbunden mit Schmerzen im ruhenden Zustand, die sich bei Bewegung verbessern. Mittel bei Zerrungen, Verstauchungen, Sehnenentzündungen und ähnlichen Erkrankungen.

Sambucus (Schwarzer Holunder)

Bei heftigem Husten mit intensiver Atemnot und Schmerzen im Kehlkopf, sowie bei trockenem Husten.

Veratrum Album (weißer Germer)

Bei plötzlichem Durchfall in Zusammenhang mit kalten Schweißausbrüchen und starker Dehydratation. Symptome: Synkope (Kreislaufkollaps) bei oder nach dem Stuhlgang und extreme Schwäche mit starkem Frieren am ganzen Körper.

Dosierung

Alle Mittel nutzt man in der mittleren Dosierung C7 bis C9.

Besuchen Sie einen Spezialisten!

Eine Notfallapotheke ist eine praktische Sache. Doch das fundamentale Prinzip der Homöopathie ist, dass die Wirkung des Medikaments auf die erkrankte Person abgestimmt sein muss und das Medikament in der passenden Dosis verabreicht werden muss, um den Zustand nicht noch weiter zu verschlechtern.

All diese Faktoren kann man in der Selbstbehandlung nur schwerlich ergründen, weswegen immer ein Besuch beim Homöopathen angebracht ist.

Vergessen Sie bitte nicht, dass die Homöopathie eine individuelle Behandlung (Anamnese) voraussetzt. honatur.com empfiehlt generell den Besuch bei einem Spezialisten.

Foto: Halina Zaremba  / pixelio.de