Für Kinder: Homöopathie hilft

Die Homöopathie kann bei vielen Kinderkrankheiten eine Lösung bieten. Großes Plus homöopathischer Arzneimittel ist, dass ausschließlich die körpereigenen Regulationskräfte angestoßen werden.

Der kindliche Organismus wird weder belastet noch gestört. Im Gegenteil, Immunsystem und Abwehrkräfte werden sogar gefördert.

Kleine Kinder, kleine Sorgen – große Kinder, große Sorgen. So heißt es. Während sich die Sorgen der Großen eher um Schule, erste Liebe und sonstiges Ungemach der Pubertät drehen, betrifft die Kleinen meist das ABC der Kinderkrankheiten.

Angefangen von Angina bis zu Zahnungsbeschwerden. Bei fast allen Beschwerden helfen homöopathische Globuli, allein oder unterstützend.

Da Kinder eine große Fähigkeit zur Regeneration haben, reicht oft der kleine Anstoß mit den homöopathischen Kügelchen, um Linderung und Heilung einzuleiten. Globuli und Kinder passen also gut zusammen.

Mittlerweile ist auch in der Homöopathie die Selbstmedikation üblich. Die meisten Mütter wissen bereits, welches Mittel bei welchen Beschwerden hilft. Im Zweifel hilft die Apotheke weiter.

Wenn Kinder einmal große Sorgen haben, z. B. mit chronischen Erkrankungen, sollte ein homöopathisch versierter Arzt befragt werden. Er kann das richtige Mittel für das Kind bestimmen.

Viele Krankenkassen zahlen heute eine homöopathische Anamnese. Arzneimittel werden bis zum 12. Lebensjahr erstattet.

Übersicht wichtiger homöopathischer Kindermittel

Aconitum D6

Erkältung mit plötzlichem Fieber, heiße Stirn und Haut, aber kein Schweiß

Allium cepa D6

Schnupfen, die Nase läuft und läuft, die Augen tränen

Apis mellifica D6

„Angina“ mit hellroten dicken Mandeln und stechenden Schmerzen

Arnica D6

„Erste-Hilfe-Mittel“ bei Stürzen, kleinen Unfällen, blauen Flecken

Belladonna D6

Erkältung mit plötzlichem schwitzigem Fieber. Gesicht, Mandeln und Zunge sind rot

Calendula D6

Kleine Hautverletzungen, Schnitt- und Schürfwunden

Calcium phosphoricum D6

Kopfschmerzen nach einem anstrengenden Tag in Kindergarten oder Schule

Chamomilla D6

Verdauungsstörungen, Schlafstörungen, Zahnungsprobleme

Lycopodium D6

Kolikartige Bauchschmerzen mit geblähten Bauch

Nux vomica D6

Magen- / Darmprobleme nach zu vielem oder zu hastigem Essen

Passiflora incarnata D6

Schlaflosigkeit durch Nervosität, Stress in Schule oder auf Reisen

Homöopathie: Wie einnehmen?

Globuli mit einem halbstündigen Abstand zu den Mahlzeiten lutschen bzw. im Mund zergehen lassen. Babys kann man die Globuli einfach in die Wangentasche oder unter die Zunge legen.

Säuglinge im 1. Lebensjahr erhalten 2 Globuli, Kleinkinder bis zum 6. Lebensjahr 3 Globuli, Kinder zwischen dem 6. und 12. Lebensjahr 4 Globuli und Kinder ab 12 Jahren 5 Globuli pro Einzelgabe.

Tiefe (D6) und mittlere Potenzen (D12) der homöopathischen Arzneimittel werden bevorzugt bei akuten Erkrankungen eingesetzt. Es empfiehlt sich anfangs eine stündliche Einnahme, jedoch höchstens 6-mal täglich, bis zum Eintritt einer Besserung.

Bei abklingenden Beschwerden oder chronischen Fällen werden tiefe Potenzen 3-mal täglich gegeben, die mittleren Potenzen 1- bis 2-mal täglich.

Die Selbstbehandlung hat ihre Grenzen, wenn die Symptome heftig bzw. bedrohlich sind, das Kind apathisch wirkt, die Behandlung nicht anschlägt oder wenn die körpereigenen Heilungskräfte überfordert sind, z. B. bei bakteriellen Infektionen oder bei Krankheiten, die durch einen fehlenden Stoff ausgelöst werden, wie z. B. Diabetes.

Dann und bei jeder Unsicherheit einen Arzt aufsuchen. Homöopathische Mittel können jedoch helfen, Symptome zu lindern, Nebenwirkungen zu mildern und die Heilung zu fördern. Arzt oder Apotheker helfen bei Fragen gern weiter.

Text:  Dr. med. Ulrike Philippin-Noll, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, © 2015 news aktuell Foto: CC0 Public Domain