Psychopharmaka in der Homöopathie: Antidepressiva

In der Homöopathie gibt es zahlreiche Wirkstoffe, mit denen man Depressionen behandeln kann. Die homöopathischen Mittel müssen jedoch in jedem einzelnen Fall exakt auf die Ursachen der Depression angepasst sein.

Leichte Depressionen kann man durchaus mit homöopathischen Medikamenten behandeln. Bei schweren psychischen Störungen muss man unbedingt einen Spezialisten aufsuchen, da das Risiko von Selbstmordabsichten, einem typischen Symptom der Depression, bestehen kann.

Acidum phosphoricum (aus Phosphorsäure gewonnen)

Acidum phosphoricum wird genutzt, um chronische Depressionen in Kombination mit Erschöpfung oder Zukunftsangst zu behandeln. Der Betroffene wird seiner Umgebung gegenüber schrittweise immer gleichgültiger und ist unfähig zu geistiger Anstrengung. Seine Muskelkraft behält er jedoch.

Aurum metallicum (Gold)

Aurum metallicum ist das wichtigste Mittel bei Depression, manische Depression und Selbstmordgedanken in Kombination mit Herzkreislaufstörungen. Aurum metallicum kann Symptomen saisonaler Depression und beginnender Hypomanie (leichtere Form der Manie), welche sich mit den Phasen der Winterdepression verändern, entgegenwirken.

Das Auftreten von Depressionen im Seniorenalter wird gewöhnlich mit Aurum metallicum behandelt, entweder wenn diese offenkundig sind oder sich hinter einer Fassade von Optimismus oder übertriebener Aktivität und Jugendwahn verstecken. Die Depression wird von körperlichem sowie geistigem Abbau und von Gefäßsklerose begleitet.

Cactus (Kaktus)

Cactus dient als Mittel bei Depressionen während der Perimenopause. Dieses Medikament passt vor allem, wenn die Patientin unter Menstruationsbeschwerden kombiniert mit Herzrasen und Angstzuständen leidet.

Cimicifuga (Traubensilberkerze)

Cimicifuga hilft bei der Behandlung von postnatalen Depressionen, insbesondere nach einer komplizierten Geburt. Manchmal ist das Mittel nützlich, um gegen eine Depression während der Menopause zu helfen, wenn die Patientin den Drang hat sich viel zu bewegen und viel zu reden kombiniert mit Angstzuständen oder Reizbarkeit.

Hyoscyamus niger (Schwarzes Bilsenkraut)

Hyoscyamus niger wird genutzt, wenn die Depression mit einer tiefgehenden Angst einschließlich Besorgnis und Misstrauen allem und jedem gegenüber oder mit Verzweiflung und Halluzinationen zusammenhängt.

Ignatia amara (Ignatiusbohne)

Das homöopathische Mittel Ignatia amara wird genutzt, um neurotische Depressionen verbunden mit Jammern und ständigem Beklagen, Nervosität und extremen Angstzuständen, verursacht durch den Verlust eines nahen Angehörigen, zu behandeln.

Der Ignatia-Patient leidet unter Symptomen exogener Depressionen mit der Folge emotionaler Schocks und großer Besorgnis. Man sollte darauf achten, Igantia amara dann zu verschreiben, wenn Furcht davor eintritt, Enttäuschungen, Belästigungen, unterdrückte Wut, Schmerz, Unfälle oder dem Tod eines nahen Angehörigen, Liebeskummer oder Angst vor Ablehnung nicht standzuhalten zu können.

Lilium tigrinum (Tigerlilie)

Lilium tigrinum ist ein wirksames Mittel bei exogenen Depressionen, Verhaltensstörungen und prinzipiell in der Phase der Perimenopause sowie bei Frauen die unter typischer Dysmenorrhoe (starken Menstruationsbeschwerden) leiden.

Die Depression tritt zusammen mit Reizbarkeit, Nervosität und Herzproblemen auf. Die typische Patientin beklagt sich vor allem über Herzrasen und rein kardiologische Schmerzen.

Lycopodium (Bärlapp)

Lycopodium ist ein Mittel bei Depressionen bei Personen, welche sich für gewöhnlich durch eine starke Urteilskraft auszeichnen und in normalen Situationen eine strikte Kontrolle über ihre Gefühle haben.

Außerdem neigen Lycopodium-Patienten dazu, sich in die Einsamkeit zu flüchten und fürchten die Zukunft. Die exogenen Depressionen werden manchmal von Somatisierung begleitet. Die depressiven Tendenzen sind die Konsequenz von Stress.

Nux vomica (Brechnuss)

Nux vomica dient der Behandlung von Personen mit Depressionen, welche mit profunder Angst sowie großer Reizbarkeit, Zorn, Aggressivität und Suchtverhalten verbunden sind. Häufig besteht bei diesen Individuen der Drang nach Perfektion.

Nux vomica kann bei exogenen Depressionen, die durch Überlastung, berufliche Sorgen, Arbeitsunlust und Schlaflosigkeit geprägt sind, helfen. Manchmal können Selbstmordgedanken vorhanden sein, welche durch vorherige Todesangst entstehen.

Natrium chloratum (Kochsalz)

Natrium chloratum ist ein homöopathisches Medikament zur Behandlung von Depressionen, welche mit Angst, Reizbarkeit, niedrigem Blutdruck und möglicherweise Verstopfung einhergehen. Diese Personen haben einen beachtlichen Appetit auf Salz und salzhaltige Speisen und fühlen sich meist schwächlich um 11.00h morgens herum.

Pulsatilla (Kuhschelle)

Pulsatilla kann Depressionen mit starker Sensibilität und Neigung zum ständigen Beklagen kurieren. Oft ist dies mit einer unregelmäßigen Menstruation verbunden. Insbesondere junge Frauen in der Pubertät leiden darunter.

Sepia officinalis (Tintenfisch)

Das homöopathische Mittel Sepia officinalis ist fähig, sämtliche Depressionen, die aufgrund emotionaler Situationen oder aufgrund einer komplizierten Geburt (postnatal) entstanden sind, zu kurieren.

Die Depression ist gekennzeichnet durch Introvertiertheit, emotionale Gleichgültigkeit gegenüber der Umgebung, Nervosität und Reizbarkeit. Sepia officinalis hilft auch wenn eine Mutter ihr Neugeborenes zurückweist, was gewöhnlich durch eine schwere Geburt ausgelöst wird.

Vergessen Sie bitte nicht, dass die Homöopathie eine individuelle Behandlung (Anamnese) voraussetzt. honatur.com empfiehlt generell den Besuch bei einem Spezialisten.

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