Pulsatilla: Von Heulsusen und Mimosen

Pulsatilla ist auch als Wiesen-Kuhschelle, Wiesen-Küchenschelle und Schwarz-Küchenschelle bekannt. In der Homöopathie sind vor allem blonde Mädchen mit heller Haut, blauen Augen und sichtbaren Adern Typ Pulsatilla.

Das schließt aber nicht aus, dass auch sanfte, sensible Jungen Typ Pulsatilla sein können. Pulsatilla ist die Heulsuse und Mimose unter den homöopathischen Mitteln.

Wir sprechen von generell ruhigen, „süßen“, schüchternen und scheuen Kindern. Ein Pulsatilla ist nicht gern allein, hat Angst vor der Dunkelheit und braucht immer jemanden an seiner Seite – zum Verwöhnen und Trösten.

Wie erkennt man ein Kind vom Typ Pulsatilla?

Aufgrund der Tatsache, dass Pulsatilla zumeist Mädchen sind, verwenden wir die feminine Version von Pulsatilla.

Pulsatilla ist ein süßes, liebvolles, zärtliches Mädchen mit einem großen Interesse für alles in seiner Umgebung.

Sie sucht Sympathie und Anerkennung der anderen, das stimmt sie zufrieden. In der Familie und im Freundeskreis fühlt sich Pulsatilla pudelwohl.

Außerhalb ihres vertrauten Umfelds ist Pulsatilla schüchtern und läuft schnell rot im Gesicht an.

Sie ist generell launisch – es ist nicht vorhersehbar mit welcher Laune sie aus dem Bett steigt.

Es kullern Tränen

Pulsatilla ist extrem emotional und empfindlich, jede Kleinigkeit kann sie in Rührung versetzen. Dann kullern erstmal Tränen, die manchmal rasend schnell von herzhaftem Lachen abgelöst werden. Diese Mädchen sind auf der dauerhaften Suche nach Zärtlichkeit und haben eine enge Bindung zur Mutter.

Jüngere Geschwister machen Pulsatilla-Mädchen rasend eifersüchtig. Diese Eifersucht ist jedoch nicht gewalttätig wie bei einem Kind Typ Lachesis Mutus.

Die Eifersucht äussert sich vielmehr durch Gejammer und Klagen, sowie die Einnahme einer Opferrolle: Kümmert sich die doch so geliebte Mutter jetzt auch noch unverschämter Weise um das kleine Geschwisterchen.

Liebst du mich nicht mehr?

Pulsatilla-Mädchen neigen gar dazu, die Mutter mit der Frage „Liebst du mich nicht mehr?“ zu „erpressen“. In dieser Situation kann Pulsatilla plötzlich Entwicklungsrückschritte aufweisen: Sie macht wieder ins Bett oder lutscht am Daumen – eben genau so wie die jüngeren Geschwister. Sie haben oft Schlaf- und Einschlafstörungen, weil sie Angst vor Dunkelheit und Einsamkeit haben.

Sie sind anfällig für Erkältungen mit Husten und Schleim am Tage und trockenem Husten am Abend und nachts. Frische Luft verbessert die Symptome. Generell tendieren Pulsatilla zu verstopfter Nase ganz nach dem Motto: „Der Schleim sind eigentlich Tränen, die den Weg nach Draußen nicht gefunden haben“.

Die Schleimanfälligkeit beginnt schon mit der Geburt, wenn das Kind physisch von der Mutter getrennt wird. Diese Entwicklung geht weiter mit dem Absetzen der Brust oder dem Besuch des Kindergartens. Das Kind fühlt sich alleine gelassen.

Pulsatilla ist kein Sprachrohr

In der Schule ist Pulsatilla kein Sprachrohr. Sie ist ein unsicheres Kind, dem es schwer fällt, Entscheidungen zu fällen und umzusetzen. Bei auftretenden Problemen tritt eine Blockade ein und das Kind bittet andere um Hilfe.

Pulsatilla mag es, wenn ihr von anderen gesagt wird, was sie zu tun hat. Sie ist sehr leicht zu beeinflussen. Pulsatilla möchte geliebt werden – und ist bereit dafür „fast alles“ zu tun.

Die Unausgeglichenheit von Pulsatilla verschwindet durch Zuneigung, Freundschaft und Sympathie.

Zusammenfassung Pulsatilla

Verwendung bei

Besserung bei

  • frischer Luft
  • kühlen Getränken
  • psychischer Ausgeglichenheit

Verschlimmerung bei

  • Hitze
  • Einsamkeit

Vergessen Sie bitte nicht, dass die Homöopathie eine individuelle Behandlung (Anamnese) voraussetzt. honatur.com empfiehlt generell den Besuch bei einem Spezialisten.

Photo: CC0 Public Domain