Rheuma: Kann die Homöopathie helfen?

Haben Sie Schmerzen in Ihren Gelenken? Fühlen Sie sich morgens steif und haben Sie Schwierigkeiten sich zu bewegen? Die Homöopathie kann helfen, diese mit Rheuma in Verbindung stehenden Schmerzen zu lindern.

Rheumatische Krankheiten sind autoimmune Erkrankungen, die im Organismus chronische Entzündungen verursachen.

Die Entzündungen entstehen sowohl in Gelenken als auch in Muskeln. Symptome sind Gelenkschmerzen, Steifheit und Schwierigkeiten sich zu bewegen.

Aufgrund der Systematik können chronische Entzündungen andere Organe des Körpers beeinflussen. Dazu zählen das periphere Nervensystem, Herz, Atmungsorgane, Beine und Augen. Die Krankheit verläuft im Laufe der Zeit zerstörerisch und kann Schäden in Organen zur Folge haben.

Rheuma ist ein Sammelbegriff für eine große Anzahl unterschiedlicher Erkrankungen (Detaillierte Auflistung in Wikipedia). Die schlimmsten Leiden verursachen rheumatoide Arthritis, Spondylarthritis ankylosans und rheumatoide Polyarthritis.

Rheumatoide Arthritis (RA)

Die rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis)) ist eine autoimmune, chronische Entzündungserkrankung, bei der zuerst eine Membranentzündung (genannt synovial, betrifft Teile der Gelenkstruktur) entsteht.

Sie dehnt sich auf andere Gelenk- oder Knochenstrukturen, auf Gelenkknorpel, Sehnen sowie Bänder aus und setzt so ihre zerstörende Wirkung fort. Die Krankheit zeigt sich besonders häufig zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr, kann aber auch bei Kindern und im Alter auftreten.

Die häufigsten klinischen Symptome sind: morgendliche Steifheit und kontinuierliche Gelenkschmerzen, Schwellungen und ein Hitzegefühl rund um die entzündeten Gelenke. Hinzu kommen oft Gewichtsverlust und Müdigkeit.

Spondylarthritis ankylosans

Die Spondylarthritis ankylosans, auch bekannt als Polymyalgie, ist ein chronisches Rheuma, welches die Gelenke der Wirbelsäule und des Kreuzbeins betrifft. Es leiden mehr Männer als Frauen darunter.

Es handelt sich um eine genetische Krankheit, die mit Vorhandensein des Antigens HLA-B 27 (das auch bei Psoriasis-arthritis und bei einer vorherigen starken Ausprägung der Uveitis auftritt) festgestellt wird.

Rheumatoide Polyarthritis

Die rheumatoide Polyarthritis ist eine systematische und chronische Krankheit unbekannter Ursache. Sie ist eine autoimmune Erkrankung, bei der das Gelenkserum beziehungsweise die Gelenkflüssigkeit befallen sind und Anti-lgG enthält. Die rheumatoide Polyarthritis tritt hauptsächlich bei Frauen auf.

Homöopathie und Rheumatologie

Die konventionelle Behandlung besteht aus der Verabreichung entzündungshemmender Medikamente, um Schmerzen und Entzündungen zu lindern sowie den Verschleiß der Gelenke und periartikularen Zonen im entzündenden Bereich zu mindern. Die Homöopathie kann bei Spondylarthritis ankylosans und bei rheumatoider Polyarthritis helfen.

Bei dieser Art von Erkrankungen hat die Homöopathie jedoch ihre Grenzen und kann nur unterstützend zu den klassischen Behandlungsformen (Entzündungshemmer, Chemotherapie, Physiotherapie, Chirurgie etc.) wirken. Ziel ist es, mit Hilfe der Homöopathie die Einnahme von Entzündungshemmern zu verringern, da diese sehr viele Nebenwirkungen haben.

Rheuma: Können homöopathische Medikamente helfen, Schmerzen zu lindern?

Spondylarthritis ankylosans

Bei der Spondylarthritis ankylosans kann eine homöopathische Behandlung nur schwerlich die progressive Krankheitsentwicklung eindämmen. Jedoch erfahren viele Erkrankte Linderungen, wenn die Behandlung frühzeitig einsetzt.

Allem Anschein nach kann die Homöopathie in einem gewissen Maße den Schmerzzustand stabilisieren: Die Patienten benötigen dann weniger entzündungshemmende Medikamente.

Homöopathische Mittel mit lokaler Wirkung

  • Rhus toxicodendron (Giftsumach): gegen morgendliche Steifheit
  • Apis mellifica (Honigbiene): als Entzündungshemmer
  • Radium bromatum (Radiumbromid): bei Schwächegefühl im Lendenwirbelbereich
  • Dulcamara (Bittersüss): gegen Feuchtigkeit in den Gelenken.
  • Calcium carbonicum (Kalk): gegen Verlagerung der Schmerzen in die Wirbelgegend. Damit behandelt man auch die Fibrose der Bänder und des periartikularen Gewebes. Der Schmerz verstärkt sich bei einsetzender Bewegung und bei feuchtkaltem Wetter, bessert sich jedoch bei fortgesetzter Bewegung. Das Medikament ist zur Behandlung zunehmender Schmerzen bestimmt.

Basismedikation

  • Gegen psychotischen Verlauf bei langsamer Krankheitsentwicklung und progressivem Verlauf der Erkrankung an sich: Thuja occidentalis, Natrum sulfuricum (Natriumsulfat) und Medorrhinum.
  • Gegen psorischen Verlauf, bei dem es sich um eine fortschreitende, chronische Entzündung handelt. In Einzelfällen auch bei Krankheitsausbruch und bei Knorpelerkrankungen: Sulfur (Schwefel) und Sulfur jodatum (Schwefeljodid).
Rheumatoide Polyarthritis

Bei rheumatoider Polyarthritis gibt es keine homöopathische Behandlung. Die Krankheit schreitet schnell fort und der Erkrankte wird mit Entzündungshemmern, Goldsalzen, Corticoiden oder Immunsuppressionen medikamentiert. Jedoch könnte eine Basisbehandlung der Polyarthritis bei schleichender Entwicklung angebracht sein.

Die rheumatoide Polyarthritis kann mit mal kleineren, mal größeren Phasen der Genesung einhergehen. In diesem Fall ist die Effizienz einer Behandlung fraglich.

Symptome mildern

Medikamente mit lokaler Wirkung

Bryonia alba (Weiße Zaunrübe): bei teilweiser Verlagerung der Schmerzen in die Gelenkfelle.


Calcarea fluorica (Kalk): bei Dystrophie und bei Beschwerden im Knochenmark.

Basismedikation

Bei der Entstehung von Schmerzen, periodischen Entzündungsphasen, Auswirkungen auf andere Organe (Atmungsorgane, Augen, etc.).

Sulfur (Schwefel), Sulfur jodatum (Schwefeljodid), Arsenicum album (Weißes Arsenik), Natrum muriaticum (Kochsalz).

Vergessen Sie bitte nicht, dass die Homöopathie eine individuelle Behandlung (Anamnese) voraussetzt. honatur.com empfiehlt generell den Besuch bei einem Spezialisten.

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