Sepia officinalis: Traurige Telenovela

Sepia officinalis ist die Tinte des gleichnamigen Tintenfischs. In der Homöopathie ist die Person anfällig für Traurigkeit, Pessimismus, Isolation und Gleichgültigkeit.

Sepia officinalis verachtet seine Familie, seine Arbeit, seine ganze Umgebung zutiefst. Sepia officinalis ist wie betäubt wenn es darum geht, schmerzhafte, emotionale Situationen zu meistern.

Bei Depressionen weint Sepia officinalis ganz alleine; niemand soll davon etwas mitbekommen. Sepia officinalis kommt auf die Welt, um zu leiden. Sie nimmt gerne eine Märtyrerrolle ein und ist komplett überfordert mit den Aufgaben des Lebens. Wir reden von einer Person, die viel Zuneigung fordert, aber nichts dafür gibt.

Das Medikament eignet sich besonders zur Behandlung von Depressionen nach der Schwangerschaft und in den Wechseljahren.

Weitläufig gilt der Spruch: „Sepia eignet sich für alles – außer für Hitzewallungen“. Dazu zählen beispielsweise Erkrankungen innerer Organe aber auch schlaffe Haut. Die Tinte ist reich an Aminosäuren, Spurenelementen, Enzymen und Mineralstoffen.

Daher ist Sepia officinalis ein Medikament, das viele therapeutische Indikationen hat. Es eignet sich für Kreislaufstörungen, Leber, Gelenke, Urogenitalsystem, Haut, Schleimhäute, Nervensystem, Bänder oder Bindegewebe.

Wie erkennt man eine Person Sepia officinalis?

Sepia officinalis ist ein Medikament, das in erster Linie bei Frauen und nicht bei Männer verwendet wird. Demzufolge spricht man von einer brünetten, schlanken Frau, mit kleinen oder großen Flecken auf dem Gesicht, dunklen Augenringen und einem blassen Gesicht. In Fällen wie Depression kann das homöopathische Mittel allerdings auch für Männer wirkungsvoll sein.

Im ausgeglichenen Zustand ist Sepia officinalis eine aktive, verantwortungsvolle, Frau die sich Arbeit und Familie widmet. Sie leidet unter Kreislaufproblemen, die sich bei Hitze verschlechtern. Der Zustand verbessert sich immer dann, wenn die Durchblutung der Venen zunimmt. Sie tanzt gerne und liebt zügiges Gehen im Freien.

Sepia officinalis schlägt beim Sitzen die Beine übereinander, vor allem vor der Menstruation, um das Schweregefühl im Becken ein wenig zu lindern. Manchmal tritt aus der Scheide Weißfluss aus und der Geschlechtsverkehr kann schmerzhaft sein.

Im unausgeglichenen Zustand neigt sie zu Depressionen. Dies tritt oft nach der Regel zu. Diese kleine depressive Phase kann auch Leberkrisen oder Migräne hervorrufen.

In der depressiven Phase ist Sepia officinalis generell traurig, weint plötzlich los und sucht die Einsamkeit. Es kommt zur absoluten Gleichgültigkeit gegenüber der Arbeit und der unmittelbaren Umgebung.

Dieses tiefe Desinteresse und der Wunsch nach Einsamkeit treten manchmal auch nach der Schwangerschaft und in den Wechseljahren auf. Sie verschließt sich in sich selbst, ist müde und gleichgültig.

Die depressive Phase kann sich jedoch auch mit Phasen von Hyperaktivität und extremer Reizbarkeit abwechseln. Dann verwandelt sie sich in eine Furie die sogar gewalttätig werden kann. Auslöser kann dann selbst die kleinste Kleinigkeit sein. Diese Symptome verstärken sich während der Menstruation.

Sepia officinalis verträgt weder Euphorie noch Widersprüche. Für sie ist die Sache klar: Sie ist auf der Welt um zu leiden. Sie ist davon überzeugt, dass sie deutlich mehr gibt, als sie von anderen zurückbekommt.

Sepia officinalis: Vorlieben und Abneigungen

Sepia officinalis geht gerne tanzen, spazieren und legt die Beine hoch. Das verbessert die Blutzirkulation. Sie liebt saure und scharfe Speisen und Würziges – wie Gurken und alles, was Essig enthält.

Sie hat eine Aversion gegen Gerüche aus der Küche. Von Milch bekommt sie Durchfall.

Wann wird Sepia officinalis verschrieben?

  • Es gibt vier grundsätzliche Umstände, in denen man Sepia officinalis verschreibt.
  • Bei wiederkehrenden Enttäuschungen, Sorgen, Depressionen und allen emotionalen Schocks, die eine depressive Reaktion erzeugen. Und bei Situationen, die sich innerhalb des Familienkreises abspielen. Dazu zählen schwere Krankheit, Trauer, Probleme mit Eltern, Kindern oder Partner.
  • Nach der Geburt steht Sepia officinalis für das Gefühl der Leere.
  • Wechseljahre: Phase des Lebens von Frauen, bei denen es zu Durchblutungsstörungen kommen kann.
  • Unerwünschte Nebenwirkungen von hormonellen, gynäkologischen Behandlungen.

Was fühlt Sepia officinalis?

  • Sepia officinalis hat ein leeres Gefühl in der Magengrube, aufgrund einer Gastritis.
  • Starke Schmerzen im Beckenbereich, die vom Rücken herrühren.
  • Ein Gefühl, als säße eine schwere Kugel im Rektum.
  • Hitzewallungen, vom Becken bis zum Kopf, Schwindel und Schweißausbrüche.

Die wichtigsten klinischen Indikationen

  • Verdauung: Verstopfung oder unzureichende Stuhlgänge. Hämorrhoiden, die bei Bewegung weniger schmerzen. Migräne in der linken Kopfhälfte und gastrointestinale Symptome.
  • Gynäkologie: Wiederholte Infektionen, Vaginalpilze, das Gefühl von „bearing-down“ oder Schweregefühl, Dysmenorrhoe, Wechseljahre, Übelkeit in der frühen Schwangerschaft, Tendenz zur Fehlgeburt.
  • Auf der Haut: Pilzerkrankungen, Lippen- oder Genitalherpes, Herpes genitalis, Schuppenflechte.
  • Verhaltensauffälligkeiten: depressive Phasen als Reaktion auf bestimmte Situation oder nach der Geburt, verbunden mit introvertiertem Verhalten und emotionaler Gleichgültigkeit gegenüber der Umwelt.

Sepia officinalis wird in der Regel in Pulverform und Globuli in unterschiedlichen Verdünnungen vorgeschrieben – gemäß der Ähnlichkeit des homöopathischen Arzneimittels mit den Symptomen des Patienten. Je größer die Übereinstimmung, desto höher die Dosis.

Sepia officinalis als Medikament wird von nahezu allen homöopathischen Labors angeboten. Boiron, DHU…

Vergessen Sie bitte nicht, dass die Homöopathie eine individuelle Behandlung (Anamnese) voraussetzt. 

honatur.com empfiehlt generell den Besuch bei einem Spezialisten.

Foto: Hans Dappen, GNU Free Documentation License