Staphisagria: sensibel, verletzlich, unterwürfig

Staphisagria (Stephanskorn) wirkt gut bei Verhaltensstörungen, welche ihren Ursprung in unterdrückter Wut haben oder durch eine heftige Emotion hervorgerufen werden. Vor allem bei Schikane oder Frustration hilft dieses homöopathische Mittel dem Betroffenen. 

Die typischen Betroffenen sind sehr reizbar und benötigen eine Fluchtmöglichkeit, um ihren Problemen zu entkommen. Wenn ihnen das nicht gelingt und sie ihre Enttäuschungen und Empfindungen hinunterschlucken, diese also unterdrücken, entstehen dadurch Verhaltensstörungen.

Frauen, die der Typologie der Staphisagria entsprechen, sind passiv, sanft und resigniert. Sie sind freundliche, feinfühlige, aber auch reizbare und reservierte Personen. Sie behalten ihre Probleme stets für sich und sehen keinen Grund darin, andere damit zu stören.

Die Betroffene ist unterwürfig und unfähig für ihre eigenen Rechte einzustehen. Bei jedem Streit und jeder neuen Aufbürdung ordnet sie sich unter und erliegt schnell dem „Gegner“: Meist den Wünschen ihres Ehemannes.

Der typische männliche Staphisagria-Betroffene ist sensibel und schüchtern beziehungsweise verletzlich in Liebesangelegenheiten. Jedoch hat er meist ein sehr männliches Aussehen und gilt als harter Kerl.

Bei Kindern wirkt das Mittel Staphisagria ebenfalls sehr gut. Diese kleinen Betroffenen sind bekannt für ihr cholerisches Verhalten und reagieren sehr sensibel auf Bestrafungen und Rügen.

Staphisagria: Unfähig, sich zu wehren

Die Person, welche gut auf Staphisagria reagiert, ist unfähig, sich zu wehren, wenn sie ungerecht behandelt oder gedemütigt wird. Sie schlucken die Wut und Empörung einfach hinunter, ohne andere ihre Empörung spüren zu lassen.

Der unterdrückte Zorn, das bewahrte Schweigen und die Unfähigkeit, sich zur Wehr zu setzen, gefolgt davon, sich sanft und freundlich zu geben, führen schlussendlich zu seelischen Wunden. Somit treten dann die ersten Symptome zu Tage.

Mit der Zeit wird der Staphisagria-Betroffene, egal ob männlich oder weiblich, immer verletzlicher und weniger reizbar, bis er vollkommen unfähig ist, seine Gefühle auszudrücken.

Die Enttäuschungen werden somatisiert und somit entwickeln sich im schlechtesten Fall gar schwere beziehungsweise chronische Tumore, die mit der Zeit nicht verschwinden wollen.

Diese Indurationen erscheinen hauptsächlich in den Sexualorganen: Eierstöcke, Uterus oder Hoden. Außerdem neigen die Betroffenen zur Bildung von Gerstenkörnern.

Staphisagria: Die gefühlvolle Ebene

Der Kummer und die langanhaltenden Leiden, das Hinunterschlucken von Gefühlen und das bewahrte Schweigen lässt die Patienten sehr gefühlvoll werden.

Staphisagria sind meist glücklich mit distanzierten, platonischen Beziehungen, denken dabei aber doch den ganzen Tag an die Liebe. Probleme entstehen erst, wenn ihre Tagträume zur Realität werden und sie eine Beziehung eingehen, in der sie sich ihrem Partner unterordnen.

Es ist, als ob sie ihr Leben nicht kontrollieren könnten: Staphisagria geben keine Widerworte und machen, was andere von ihnen verlangen. Häufig halten ihre Beziehungen deshalb nicht sehr lange.

Die Staphisagria-Betroffenen haben eine natürliche Neigung zur Masturbation, da dies für sie eine Realitätsflucht vor den unterdrückten Gefühlen darstellt. Andere Auswege, um mit ihren starken Emotionen umzugehen, finden sie in der Malerei, der Musik und der Poesie.

Nach einer herben Enttäuschung treten die ersten physischen Symptome auf. Darunter Durchfall, häufiges Wasserlassen, Indurationen, Kopfschmerzen, starker Juckreiz, der sich durch Kratzen verlegt, Ausschlag mit kribbelnden Bläschen und Schwindel, der sich bessert, wenn man im Kreis läuft, jedoch bei Männern die Prostata vergrößert.

Wann verschreibt man Staphisagria?

Im Falle von Emotionen wie Wut, Empörung, Trauer und starker Unruhe, welche unterdrückt werden. Der Staphisagria-Betroffene ist unfähig, seine Gefühle klar auszudrücken.

Auch bei Onanie, sexuellen Ausschweifungen oder im Gegenteil, Abstinenz, die ebenso mit Schwierigkeiten einhergeht.

Charakteristika von Staphisagria

Die Betroffenen neigen zur Unbeständigkeit und unterdrücken jegliche Gefühlsaufwallungen mit der Folge, dass diese somatisiert werden.

Staphisagria sind sowohl physisch als auch psychisch hypersensibel, vor allem bei den Sexualorganen. Die Symptome verschlechtern sich bei der kleinsten Reibung der betroffenen Stellen.

Es kann zu Juckreiz an bestimmten Körperstellen kommen, der sich bei Kratzen legt.

Andere Symptome beinhalten Brennen in der Blase und Harnröhre, das sich beim Urinieren bessert. Bei Kälte und nach dem Essen können die Zähne schmerzen.

Klinische Indikationen von Staphisagria

Blasenentzündung bei “Jungvermählten”, mit klarem Urin und die nach den ersten sexuellen Kontakten auftritt.

Juckreiz, der sich verlegt.

Schmerzenden, chirurgischen und post-operativen Wunden.

Wiederholte Gerstenkörner, vor allem am oberen Augenlid. Auch bei Hagelkörnern (Chalazion).

Jegliche psychische Störung nach einem Wutanfall oder Schikane.

Verhaltensstörungen inklusive Somatisierung: Diese haben ihren Ursprung in unterdrücktem Zorn, Demütigung, Frustration, Schikane, unauffälligem Kummer oder wiederholter Enttäuschung.

Der Betroffene somatisiert seine unterdrückten Gefühle und es kommt zu Störungen der Haut, Urinaltrakts, Verdauungssystems, des Herzens, Lendenschmerz und Stimmungsschwankungen sowie Schlaflosigkeit.

Schwindelanfälle, die sich bessern, wenn man im Kreis läuft.

Zahnschmerzen, welche sich bei Kälte verschlimmern.

Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft mit Speichelfluss.

Vergessen Sie bitte nicht, dass die Homöopathie eine individuelle Behandlung (Anamnese) voraussetzt. Das homöopathische Mittel Staphisagria ist nur eines von vielen, mit dem man die genannten Beschwerden lindern kann. honatur.com empfiehlt generell den Besuch bei einem Spezialisten.

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