Bryonia alba: Die Mumie der Homöopathie

Bryonia alba (Weiße Zaunrübe) vergleicht man in der Homöopathie gerne mit einer Mumie. Alle Beschwerden des Patienten verbessern sich mit Bettruhe oder im absolut entspannten Zustand des Körpers.

Der Bryonia alba-Patient ist für gewöhnlich eine cholerische, leicht reizbare Person.

Bryonia alba ist ein Stubenhocker und schließt sich wann immer es möglich ist, im trauten Heim ein und möchte eigentlich nur eines: In Ruhe gelassen werden.

Das Lieblingsthema von Bryonia alba sind fast immer die Geschäfte. Er wird getrieben von einer latenten Angst vor wirtschaftlichen Problemen – privat, am Arbeitsplatz oder im eigenen Unternehmen.

In der Homöopathie verwendet man die Wurzel der Pflanze Bryonia alba. Dort kommt eine Substanz vor, die dem Cortison sehr ähnlich ist. Bryonia alba hat zudem eine stark entzündungshemmende Wirkung auf irritierte Schleimhäute.

Was gefällt und missfällt Bryonia alba?

Der Patient Bryonia Alba fühlt sich im Ruhezustand stets besser. Die Besserung tritt vor allem dann ein, wenn auf die schmerzenden Bereiche leichter Druck ausgeübt wird. Darum ist es hilfreich, sich so hinzulegen, dass das Körpergewicht auf den schmerzenden Stellen liegt.

Auch leichtes Schwitzen und Kälte verbessern die Symptome. Sollten die Beschwerden auf eine bestimmte Stelle begrenzt sein, so tritt auch bei Wärmeanwendung eine Milderung ein. Für gewöhnlich verschlechtert sich der Zustand von Bryonia alba gegen 21 Uhr.

Wann verschreibt man Bryonia alba?

In der Homöopathie gehört Bryonia alba zu den so genannten Polychresten. Die Palette der Indikationen ist breit gefächert.

Bryonia alba wird verschrieben bei
  • Fieber, dessen Temperatur langsam aber beständig ansteigt und sich dann auf einem fixen Niveau hält. Der Patient hat Schweißausbrüche mit leicht säuerlichem Geruch, die seinen Zustand jedoch verbessern.
  • trockenen Schleimhäuten, einschließlich der Atemwege und des Verdauungstrakts. Der Patient verspürt starken Durst, den er mit großen Schlücken kaltem Wasser zu stillen versucht.
  • einer Entzündung der Serosa. Eine Besserung der Beschwerden tritt durch absolute Ruhe des Körpers ein. Der Schmerz ist konkret auf eine oder mehrere Stellen begrenzt. In der Regel kommt es nicht zu übermäßigem Schwitzen.
  • Verstopfung. Der Stuhlgang ist trocken und hart.
  • Verdauungsschwierigkeiten, wenn dem Patienten die aufgenommene Nahrung wie ein “Stein im Magen” vorkommt.

Was fühlt der Bryonia alba-Patient?

Der Bryonia alba-Patient hat stechende Schmerzen an bestimmten, genau lokalisierbaren Stellen. Bryonia alba hat trockene Schleimhäute und deswegen großen Durst.

Meist hat Bryonia alba trockene Lippen und einen bitteren Geschmack im Mund. Der Patient verspürt ein Völlegefühl und ihm wird schnell schwindelig. Das kann so weit gehen, dass Bryonia Angst davor hat aufzustehen, weil er befürchtet, hinzufallen.

Die wichtigsten klinischen Indikationen von Bryonia alba

  • Im Bereich des Atmungssystems: Behandlung von Luftröhrenentzündungen, Bronchitis und trockenem Husten, dem der Patient durch leichten Druck auf Thorax oder Hals entgegenzuwirken versucht. Bei Grippe oder grippalen Infekten. Bei Fieber um die 38,5 Grad, das zuvor kontinuierlich ansteigt.
  • Bei Glieder- und Gelenkschmerzen, Arthritis, Traumatismen oder “Hüftrheuma”.
  • Sonstiges: Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, Verstopfung, Mastitis, Brustschmerzen, Schwindelanfällen, trockenen Augen, Unverträglichkeit von Kontaktlinsen.
Wichtige Grundregel: Der Zustand des Bryonia alba-Patienten verschlimmert sich immer bei Bewegung.

Vergessen Sie bitte nicht, dass die Homöopathie eine individuelle Behandlung (Anamnese) voraussetzt. honatur.com empfiehlt generell den Besuch bei einem Spezialisten.

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